Vortrag: Wie ist es wohl, ein Ding zu sein?

Di 16. Mai | 18 Uhr
Wie ist es wohl, ein Ding zu sein?
Vortrag von Prof. Dr. Barbara Plankensteiner, Direktorin Museum für Völkerkunde Hamburg

In der ursprünglichen Arbeitsweise ethnografischer Museen galten Objekte vorrangig als Repräsentanten ihrer Ursprungskultur, d.h. die Aufgabe eines Objektes war, über die Herkunftskultur zu erzählen. Mit dieser eingeschränkten Sicht auf die Sammlungsstücke wurden ästhetische Zugänge, historische Kontexte oder Individualgeschichten in der Regel ausgeblendet. Inzwischen eröffneten Ansätze in der Objektforschung wie etwa das Konzept einer Biographie der Dinge oder ein stärkeres Augenmerk auf die Provenienzforschung vielfältige Perspektiven.

Wir betrachten heute die Sammlungsgegenstände im Kontext einer Verflechtungsgeschichte und fragen nach ihrem Bedeutungsgehalt in unserer globalisierten Gesellschaft. Diese Betrachtungsweise schließt nicht nur die heutige Sicht der Herkunftsgesellschaft mit ein, um die Objekte wieder mit manchen der verloren gegangenen Geschichten zu verbinden, sondern auch die Reflektion ihres Stellenwertes für jene Menschen in unserer unmittelbaren Umgebung, zu deren kulturellem Erbe die Sammlungen gehören. Ethnografische Museen versuchen daher die Dinge in ihren Beständen heute aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten um ihre eigentliche Bedeutung und Komplexität zu würdigen.

Prof. Dr. Barbara Plankensteiner, Direktorin Museum für Völkerkunde Hamburg
Prof. Dr. Barbara Plankensteiner, Direktorin Museum für Völkerkunde Hamburg

Nur Museumseintritt

Vortrag mit Übersetzung in Deutscher Gebärdensprache (DGS)

Kommentar verfassen