SCHAMANISCHE TANZMASKE

Masken waren für die Yupiit ein Mittel, um die Reise eines Schamanen in eine übernatürliche Welt vor seinem Publikum darzustellen. Der Schamane gab Schnitzern und Maskentänzern Anweisungen, wie seine Vision verbildlicht werden sollte. Masken wurden als Bühnenrequisite angesehen und oft nach ihrem Gebrauch zerstört oder weggeworfen.
Die Deutung der Masken ist heute schwierig, da die dahinter stehenden speziellen Geschichten nur während der jeweiligen Aufführung übermittelt wurden. Allgemeine Kenntnisse über den Schamanismus der Yupiit lassen vermuten, dass diese Maske einen Biber darstellt, auf dem ein Mensch oder Hilfsgeist reitet. Eine Interpretationsmöglichkeit für den offenbar aufgerissenen Körper ist, dass ein Schamane auf seiner Reise zunächst von Hilfsgeistern in kleine Stücke gerissen werden konnte, um dann wieder neu zusammengesetzt zu werden.
1936 war diese Maske eines der Highlightobjekte in einer von André Breton, dem Begründer des Surrealismus, kuratierten Ausstellung in Paris. Die künstlerische Ausdruckskraft dieser Masken inspirierte zahlreiche surrealistische Künstler.

Text: Katharina Süberkrüb, Wissenschaftliche Volontärin, Museum für Völkerkunde

Copyright: Paul Schimweg / Museum für Völkerkunde Hamburg

HERKUNFT: USA, Südwestalaska, Kuskokwim-Region
ETHNIE: Yupiit
DATIERUNG: 1881
MATERIAL: Holz, Pflanzenfasern, Federn, Farbpigmente, Metall
MAßE: Breite 100 cm
INVENTARNUMMER: MV 36.52:1
Tausch Galerie Charles Ratton, 1936

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