GEDECKTER RENTIERSCHLITTEN

Schlitten sind im zirkumpolaren Raum nach wie vor gebräuchliches Fortbewegungs- und Transportmittel. Als Zugtiere werden Hunde oder Rentiere eingesetzt, mittlerweile sind auch Motorschlitten gebräuchlich.
Die Holzschlitten ähneln sich in der Grundkonstruktion, unterscheiden sich jedoch je nach Region und Nutzung in der Form. So bauen die sibirischen Rentierhirten verschiedene Schlitten für Personen und Gegenstände. Der Schlittenbau ist traditionell Männeraufgabe. Gebaut wird in der Regel im Frühjahr vor dem Zug in die Tundra. Die anspruchsvolle Arbeit erfordert Augenmaß und handwerkliches Geschick. Die Schlitten sind auf Schnee- und Eisflächen einsetzbar, aber auch in der unverschneiten Tundra im Sommer.
Den abgebildeten Schlitten erwarb der Hamburger Ethnographica-Händler Julius Konietzko 1912 von Skoltsamen auf der russischen Kola-Halbinsel. Diese nutzten neben den samischen bootsförmigen Transportschlitten, den Pulkas, auch in Sibirien verbreitete Schlittenformen.

Text: Jana C. Reimer, Orient-Abteilung, Museum für Völkerkunde

HERKUNFT Russland, Oblast Murmansk, Kola-Halbinsel
ETHNIE Skoltsamen
DATIERUNG vor 1912
MATERIAL Nadelholz, Textil, Seil, Leder, Metall
MAßE Länge 250 cm
INVENTARNUMMER MV 13.16:1
Ankauf Lappland-Expedition Julius Konietzko, 1912

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