EisZeiten: Die Vorbereitungen beginnen …

Kommunikation mit unseren russischen Leihgebern der Kunstkamera St. Petersburg

Moin,

mein Name ist Julija Ermakow und ich möchte gerne meine Arbeit an der Ausstellung „EisZeiten“ #EisZeitenHH als studentische Mitarbeiterin in der Abteilung Ausstellungsmanagement des Museums für Völkerkunde Hamburg vorstellen.

Vorbereitung einer Ausstellung ist immer ein spannender Prozess. Vielfältige Aufgaben, dynamisches Arbeitsumfeld und nicht zuletzt die netten Kollegen machen meinen Arbeitsalltag sehr interessant. Heute will ich über ein für mich ganz besonderes Projekt erzählen – die Ausstellung „EisZeiten“, welche am 16. Oktober dieses Jahres geöffnet wird. Es handelt sich dabei um eine Doppelausstellung. Das heißt, die Ausstellung wird gleichzeitig in zwei Museen, im Archäologischen Museum Hamburg und im Museum für Völkerkunde Hamburg gezeigt. Beide Museen betrachten das Thema Leben im Eis, allerdings aus unterschiedlichen Perspektiven. Die prähistorischen Artefakte der letzten Eiszeit stehen im Fokus der Ausstellung in Harburg. Die Ausstellung im Museum für Völkerkunde konzentriert sich auf Lebensweise der heutigen zirkumpolaren Völker in den letzten zweihundert Jahren.

Obwohl ich eigentlich Sinologie (Sprache und Kultur Chinas) studiere und keine Expertin für die zirkumpolare Region bin, sind meine Sprach- sowie interkulturelle Kenntnisse in diesem Projekt sehr nützlich. Bis jetzt habe ich noch nicht erwähnt, dass ich aus Riga, Lettland komme und zweisprachig, russisch und lettisch, aufgewachsen bin.

Also warum ist gerade dieses Projekt sehr besonders für mich?

Copyright: MAE (Kunstkamera) RAS, St. Petersburg, Russia
Copyright: MAE (Kunstkamera) RAS, St. Petersburg, Russia

Zum einem werden im Rahmen dieser siebenmonatigen Ausstellung mehr als dreißig beeindruckende Leihgaben aus der Kunstkamera, dem anthropologischen und ethnologischen Museum Peters des Großen in Sankt Petersburg zu sehen sein. Alle Leihgaben werden in Deutschland zum ersten Mal ausgestellt. Um dies zu ermöglichen, müssten viele bürokratische und, finanzielle Hindernisse aus dem Weg geräumt und politische Empfindlichkeiten beachtet werden. Wir haben es aber mit vereinten Kräften zusammen mit unseren russischen Partnern geschafft. Ich durfte einen Teil der Projektkommunikation mit russischen Kollegen übernehmen und war von deren Professionalität und Hilfsbereitschaft sehr positiv überrascht.

Zum anderem, habe ich durch dieses Projekt auch über mich selbst etwas Neues gelernt. Vor ein paar Wochen, zum Beispiel, hätte ich nicht gedacht, dass ich russische Texte aus dem 18. Jahrhundert lesen und verstehen kann. Im Zuge der Objektrecherche haben wir viel mit Karteikarten und Akten gearbeitet, welche oft handgeschriebene Einträge in Altrussisch enthielten. Wie man so schön sagt „Übung macht den Meister“. Nach einiger Zeit hatte ich ‚ein Auge‘ dafür entwickelt und jetzt kann ich die alte Texte ziemlich schnell entziffern, lesen und verstehen – und es macht richtig Spaß.

Es sind nur noch wenige Monate bis zur Ausstellungseröffnung und das Ausstellungsteam des Museums hat noch viel Arbeit vor sich. Der spanende Prozess der Ausstellungsvorbereitung geht weiter und ich hoffe sehr, dass ich einiger Leser dieses Blogs auf der Ausstellungeröffnung begrüßen kann.

Liebe Grüße,

Julija

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