Aus der Forschung im Museum für Völkerkunde…

Ein Blogbeitrag von Marisol Fuchs, Projektleitung Erschließung des historischen Fotobestandes aus Polynesien, Museum für Völkerkunde Hamburg

Im Februar 2013 begann ich als wissenschaftliche Volontärin im Fotoarchiv, um das Fotoprojekt Polynesien fortzuführen. Im Rahmen des Projekts soll der historische Bestand an Fotografien aus Polynesien aufgearbeitet werden; dazu gehört die Sichtung, Inventarisierung und Digitalisierung der Sammlung. Aber zu allererst mussten die Fotobeständen gefunden werden! Gesucht wurde in Archivräumen, alten Schränken, Schubladen, Kisten und Umschlägen – bis der größte Teil zusammen getragen war. Jetzt konnte die eigentliche Forschung – die Aufarbeitung beginnen…

Alben ca. 1881 aus dem Bestand Fotoarchiv Museum für Völkerkunde Hamburg Glasplatten ca. 1886 aus dem Bestand Fotoarchiv Museum für Völkerkunde Hamburg
Alben ca. 1881 aus dem Bestand Fotoarchiv Museum für Völkerkunde Hamburg
Glasplatten (ca. 1886) aus dem Bestand Fotoarchiv Museum für Völkerkunde Hamburg
Glasplatten (ca. 1886) aus dem Bestand Fotoarchiv Museum für Völkerkunde Hamburg

Ein Bilderrätsel – Zeitzeugen auf der Spur

Wie bringt man heute diese stummen fotografischen Zeitzeugen dazu ihre Informationen preis zu geben? Dies war eine der zentralen Herausforderungen, denen ich mich zur Erschließung des Bestandes zu stellen hatte. Erste Anhaltspunkte bieten in der Regel die Inventarlisten, sie verzeichnen im Idealfall, wann, von wem und wie – sei es als Schenkung oder als Ankauf – das Bild im Museum eingetroffen ist.

Ein Sammelsurium an Abzügen! In diesem Zustand werden private Sammlungen oft als Schenkung an das Museum gegeben
Ein Sammelsurium an Abzügen! In diesem Zustand werden private Sammlungen oft als Schenkung an das Museum gegeben
Sobald die Abzüge und Alben digitalisiert wurden, werden sie archivgerecht, beispielsweise in säurefreie Kartons, verpackt
Sobald die Abzüge und Alben digitalisiert wurden, werden sie archivgerecht, beispielsweise in säurefreie Kartons, verpackt

Mitunter weisen die Rückseiten der Abzüge Schriftzüge auf, die sich als Bildtitel oder Ortsangaben deuten lassen und manchmal sind auch Kürzel oder der Name des Fotografen, auf dem Negativ direkt vermerkt. Aber meistens sind auf den ersten Blick keine Angaben auf dem Abzug zu sehen. Dann gilt es in akribischer Forschung Informationen zu recherchieren. Die Suche gestaltet sich meist mühevoll und ist angewiesen auf Vergleichsmaterial und den Austausch mit Kollegen in anderen Institutionen. Eine Vielzahl von Bilddatenbanken wurde durchforstet und mit der Lupe musste nach verblassten Prägungen, Stempel und Bleistiftnummer auf den Bildern gesucht werden.

…auf der Suche nach möglichen Hinweisen
…auf der Suche nach möglichen Hinweisen

Ein Teil der Rechercheergebnisse wird in der Ausstellung ‚Blick ins Paradies‘ gezeigt, die am 15. Dezember 2013 eröffnet wurde. Weitere Ergebnisse werden in einem gleichnamigen Begleitband veröffentlicht. Die Publikation zur Ausstellung wird am 16. Februar 2014 im Rahmen eines Wochenendes mit breitgefächertem Programm rund um die Themen Südsee und analoge Fotografie vorgestellt.

One thought on “Aus der Forschung im Museum für Völkerkunde…

  1. Klingt ja nach einer menge Arbeit. Wenn ich mir vorstelle was für ein durcheinander in manchen Archiven herrscht. Dort erst mal eine Struktur rein zu bekommen und das dann alles zu archivieren bzw. in eurem Fall auch zu digitalisieren. Hut ab. Bestimmt findet man dabei aber auch einige interessante Bilder die man dort gar nicht vermutet hätte. Weiter so.

Kommentar verfassen