In den Tiefen der Bibliothek – eine Feldforschung von Gabriel Zimmerer

Hallo, ich bin Gabriel Zimmerer und studiere in Bern Sozialanthropologie und Altgriechisch. Ich habe mich sehr über die Einladung in den „kleinsten und schönsten Lesesaal Hamburgs“ gefreut und möchte euch am 11. Oktober in die tiefsten Tiefen eines so ganz anderen Büchersaals hier in Bern entführen…

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Bruno Latour hat einmal gefordert, die Anthropologie müsse aus den Tropen zurückkehren. Das hat sich heute wohl nur teilweise erfüllt. Auch wenn die klassischen Dschungel-Expeditionen langsam verebben, so holen wir heute doch die Tropen in gewissem Sinne zu uns nach Hause. Das Thema der zeitgenössischen Anthropologie ist deshalb nicht zufällig: die Migration. Also jener Bereich, in dem „das Fremde“, „das Andere“ genauso präsent ist wie in den Tropen.

Ich will diese Arten von Sozialforschung nicht kritisieren, sie haben sicher ihren Wert. Es hat mich einfach persönlich nie besonders gereizt, in die Ferne zu ziehen und dort „dem Anderen“ zu begegnen. Viel spannender finde ich den Blick in die Nähe, auf das, was uns vertraut ist, was uns prägt, was da ist und dennoch übersehen wird.

Deshalb war mir ziemlich schnell klar: mein Feldforschungsgegenstand sollte etwas aus unmittelbarer Umgebung sein. Einige glückliche Umstände brachten mich bald auf mein Thema: es konnte und sollte nichts anderes sein als die Universitäts-Bibliothek.

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Warum es zwischen Bücherregalen ziemlich  gruselig sein kann, was eine Schokoladenfabrik, eine Unibibliothek und ein Gefängnisentwurf aus dem 18. Jahrhundert gemeinsam haben und wie Studierende Angstschweiss in Arbeitseffizienz umwandeln können – all das erfahrt ihr an meinem Vortrag nächsten Donnerstagabend… Ich freue mich auf euch!

http://www.voelkerkundemuseum.com/388-0-Das-Bibliotheksgespraech.html

Do 11. Oktober | 18.30 Uhr

Bibliothek

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