Veranstaltungen: Die Generalversammlung der Welt im Hörsaal des Museums für Völkerkunde

„Guten Tag“, „Ich bin glücklich“. Das sind einige wenige Sätze auf deutsch, die der Chinese Lobo Chan kennt. Deshalb bleibt er bei dem ihm vertrauten Kantonesisch und berichtet mithilfe eines jungen Übersetzers den aufmerksamen Zuhörern im Hörsaal des Museums für Völkerkunde von seiner Vision: Die gesamte Menschheit, jeder Einzelne der 9 Milliarden Erdenbürger, soll sich 2050 zu einer „Generalversammlung der Welt“ zusammenfinden.

Das Ziel: gemeinsam soll an einer Vision für eine bessere, eine gerechtere Welt nachgedacht werden. Chans Idee klingt verrückt und er muss sich gegen zahlreiche Kritiker zur Wehr setzen, die über das Internet vor Chans Plan warnen – die Konsequenzen könnten, allein was das Gleichgewicht der Erde anginge, fatal sein.

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Was Chan für die Realisierung seiner Idee fehlt, ist in der Tat ein Ort, der die gesamte Menschheit fasst. Australien käme womöglich in Frage, doch wie soll dieses unvorstellbar große Symposium tatsächlich aussehen?

Hilfe kündigt sich mit dem Besuch einer jungen Frau an, die in Argentinien auf die Landschaftsarchitektin Hanna Kaluza gestoßen ist. Diese hat sich mit „El Sujeto“ eine schier unendliche Landschaft konzipiert und erschaffen, ein Stück Erde, komplett vom Menschen erdacht. Lobo Chan fühlt sich in den Geschichten über die wahr gewordenen Visionen Kaluzas in seinem Plan bestätigt, dass alles möglich ist, sofern man es denn versucht

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Hier zeigt sich, dass Chan mit seiner Idee einer Generalversammlung keineswegs vor hat, dem aufmerksamen Publikum einen wahnwitzigen Plan aufzuzwingen. Vielmehr geht es darum, dass wir anfangen sollen, uns bewusst an die Grenzen des für uns Vorstellbaren zu bewegen um uns so die Möglichkeit der Veränderung immer vor Augen halten zu können. Auch wenn uns die Bewegung vielleicht Angst macht, so notwendig ist sie auch für den steten Wandel.

„Wir müssen die Angst überwinden, an einen Ort zu gehen, an dem wir alle Fremde sind – der Rest ist ein Spaziergang“, fasst Chan am Ende dann auch passend zusammen. Wir müssen uns einfach trauen.

Die Uraufführung der Theaterkompanie Meyer&Kowski in Kooperation mit dem Museum für Völkerkunde Hamburg, präsentiert im Rahmen der „LESSINGTAGE 2012 – Um alles in der Welt” vom Thalia Theater wurde mit reichlich Applaus bedacht und ließ jedem im Nachgang genug Raum für seine eigene Interpretation der Vision Chans.

Für die nächsten Termine gibt es noch Karten!

Präsentiert von Meyer&Kowski. Mit Lobo Chan, Anja Herden, Alexander Merbeth

Ausstattung Jörg Kiefel

Vorstellungen noch am Fr 17. und Sa 18. Februar |
Fr 24. und Sa 25. Februar | jeweils 20 Uhr
 

Kartenvorbestellung: T. 040 40187452 und meyerundkowski@web.de
Eintritt: 18 € | erm. 12 € (nur an der Abendkasse)

Von der Premiere berichtete Julia Grosser, Assistentin Marketing und Presse

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