Adventskalender: Türchen 1 „Amazonen“

Passend zu unserer neuen Sonderausstellung „Brisante Begegnungen – Nomaden in einer sesshaften Welt“ öffnen wir jeden Tag ein Türchen aus „Kleines abc des Nomadismus“, herausgegeben von Annegret Nippa.

Was sich wohl hinter dem heutigen Türchen verbirgt?

Amazonen

„Geschichten von kämpfenden Frauen“ gibt es heute viele, aber als der junge Johannes Schiltberger an einem erfolglosen Kreuzzug teilnahm und 1396 in osmanische Gefangenschaft geriet, waren es eher die Männer, die mit Schwert und Axt den Feind in die Flucht schlugen. Im Jahre 1410 wurde Schiltberger Zeuge einer Begebenheit, die sich am Hof Khans zutrug.

Er schreibt darüber: „In der Zeit, als ich bei den Tschekra war, da kam eine tatarische Frau, genannt Sadurmelick, mit viertausend Jungfrauen und Frauen zu dem Edigi und auch zu den Tschekra; und war eine mächtige Frau, und ihr Mann war ihr von einem tatarischen König erschlagen worden, und sie kam darum zu dem Edigi, weil sie ihren Mann rächen wollt.“

Wer also glaubt, Frauen wären erst mit dem Feminismus zu eigenständigem Denken und Handeln fähig geworden, der irrt. Statt unterwürfigem Kopfnicken trumpften die Frauen bei Streitigkeiten mit „einem Schwert und einem Handbogen“ auf.

Und mal ganz ehrlich, die Nummer mit den Steinen kaufe ich Rotkäppchen nicht ab. Wer weiß, wo die Pfeil und Bogen aufbewahrt…

(Zusammengefasst aus „Kleines abc des Nomadismus“, Herausgegeben von Annegret Nippa und Museum für Völkerkunde Hamburg, ISBN: 978-3-9812566-5-9, S. 12-15)

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