Afrikaner in Hamburg: Die Ausstellungseröffnung rückblickend betrachtet

Mein Name ist Aminata Djélya Wane. Ich habe in der Ausstellung „Afrikaner in Hamburg: Eine Begegnung mit kultureller Vielfalt“ in den letzten Monaten intensiv mitgewirkt.

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Die Eröffnung der Ausstellung fand am 23. Oktober 2011 um 15 Uhr statt. Das komplette Museums-Team war selbstverständlich in den letzten Vorbereitungsarbeiten verwickelt.

Als es dann endlich los ging, waren wir unglaublich gespannt und ein klein bisschen nervös. Ich war positiv überrascht von der Anzahl der Besucher, die bereits um 15 Uhr im Foyer anwesend waren. Eigentlich dachte ich, dass es bei dieser Anzahl bleiben würde. Zu meiner Überraschung trudelten mehr und mehr Leute ein. Insgesamt zählte das Museum 1669 Besucher an diesem Tag. Leider wurde es so brechend voll, dass sich eine kleine Traube vor dem Eingang des Museums gebildet hatte.

Viele bekannte Gesichter wie die der Schüler, die einige Arbeiten in der Ausstellung selber angefertigt haben; die Lehrer die, die Schüler bei diesen Aufgaben betreut haben; die Interviewpartner ,die sich die Zeit genommen haben, um sich von den Schülern, Studenten, Radio Funkstark und vom Museum interviewen zu lassen, traten mir in Erscheinung. Das besondere an dieser Eröffnung war für mich, das gemischte Publikum, das einen sehr neugierigen Eindruck machte. Darunter viele deutsche Familien und Ehepaare, aber auch mehrere afro-deutsche und rein afrikanische Familien. Dieses Bild bestätigte meine Vorstellung von einem Zusammentreffen und einem Zusammenleben von zwei doch sehr unterschiedlichen Kulturen.

Einige Aussagen, die diese Idee bestätigen wurden zum einen von der Zweiten Bürgermeisterin Frau Dr. Dorothee Stapelfeldt ausgesprochen. Sie sprach in ihrer Rede von einer interkulturellen Kommunikation in Form eines Austausches zwischen den Kulturen. Zum anderen, hat mich der Beitrag von Herrn Denthe, Mitglied der beratenden Supervisionsgruppe, zutiefst berührt. Er erklärte sich, im Namen der in Hamburg lebenden afrikanischen Gemeinschaft, für bereit und offen mit den Hamburgern ins Gespräch zu kommen, um sich im idealen Fall besser kennenzulernen und bestimmte Differenzen gemeinsam aus dieser Welt schaffen zu können. Mit den Worten „Hey Leute, wir sind bereit!“ wurde die Botschaft für jeden Anwesenden verständlich gemacht.

Auf die Reden folgte eine Podiumsdiskussion mit Kazim Abaci (SPD), Christa Goetsch (GAL), Najib Karim (FDP), Dietrich Wersich (CDU) unter der Moderation von Swenja Kopp.

Von den Politikern wurde eine Stellungnahme zu dem Thema „Afrikaner in Hamburg – notwendig, nützlich, willkommen?“ verlangt. Wie ich es erwartet habe, waren sich die Politiker in Bezug auf dieses Thema sehr einig. Afrikaner in Hamburg seien doch alle willkommen, nur sollten sie sich die Mühe machen sich zu integrieren.

Herr Gueye, ein Mitarbeiter des Museum für Völkerkunde, äußerte sich wie folgt darauf. Er wunderte sich ein wenig über die Bedeutung des Wortes Integration. Für ihn ist das Wort Integration sehr einseitig und mit bestimmten Erwartungen verbunden. Zudem hat er das Gefühl, etwas von sich aufgeben zu müssen um als integriert zu gelten, deshalb fragte er nach einem neuen und besser definierten Begriff. Vielleicht habt ihr als Leser einen Vorschlag oder eine Anmerkung zu diesem Thema!

Im Großen und Ganzen war es eine sehr gelungene Eröffnungsfeier, die zum Nachdenken angeregt hat.

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