Lieblingsstücke: Hareicha-Masken

Vorgestellt von Verena von Bodelschwingh
Ehemalige Volontärin im Museum für Völkerkunde

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Meine Lieblingsstücke sind die beiden mehr als 10 Meter hohen Hareicha-Masken im Gewölbesaal des Museums.
Sie stammen vom Volk der Baining von der sog. Gazelle-Halbinsel Neubritanniens in Papua-Neuguinea. Die gebirgige tropische Region mit aktiven Vulkanen, die ich mir als Szenenbild für diese imposanten Masken vorstelle, machen sie umso spannender. Aber auch hier im hohen Gewölbesaal des Museums strahlen sie etwas ganz Besonderes aus. Kleinen Kindern mögen sie ob ihrer Größe Angst einjagen (so auch meinem Sohn), aber wenn man genauer hinkuckt, sehen sie doch freundlich und schön aus (als mein Sohn älter war, hat er sich davor gestellt und ihre Armstellung und ihren Gesichtsausdruck nachgeahmt).

Die bis zu 12 Meter hohen „Hareicha“ genannten Masken geben der Forschung noch immer Rätsel auf. Wenig ist über diesen beeindruckenden Maskentypus bislang gesichert. Die Masken sind aus Rindenbaststoff gefertigt. Und kaum zu glauben, aber wahr: Sie wurden tatsächlich von einem Träger auf dem Kopf getragen! Infolge ihrer enormen Höhe musste also der Maskenträger von anderen Tänzern unterstützt werden, die die Maske mit Bambusstangen und Rotangschnüren ausbalancierten und abstützten.

Ich finde, die weite Reise der beiden Riesen bis hierher ins Museum hat sich gelohnt – denn so machen sie umgekehrt wirklich jeden Museumsbesuch zu einer gefühlten Reise in die weite Welt.

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